Historische Hängebrücken - J. A. Röbling J. A. Röbling (1806-69)

J. A. Röbling (1806-69): Röbling an der FHP

Brückenbauer und Seilfabrikant
Ein Kurzportrait

Röbling im Kontext der Konstruktionsentwicklung im 19. Jahrhundert

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J.A. Röbling 

Johann August Röbling wurde am 12. Juli 1806 in Mühlhausen (Thüringen) geboren. Bei den Gründungsarbeiten der von ihm geplanten Brooklyn-Brücke in New York erlitt er einen Unfall, an dessen Folgen er am 22. Juli 1869 starb. Röbling erfuhr seine Ausbildung in einer Zeit, als die Bautechnik ihre wissenschaftlichen Grundlagen erhielt. Dieser Prozeß einhaltete zum einen die erfolgreiche Anwendung von mathematischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen auf technische Sachverhalte, wie die Anwendung der Gleichung der Kettenlinie auf die Hängebrücke, zum anderen aber auch die Entwicklung des Konstruierens als einer besonderen, auf den Prinzipien der technischen Mechanik aufbauenden Arbeitsmethode. Charles Louis Marie Henri Navier war es mit den 1823 und 1826 erschienenen Werken „Sur les ponts suspendus“ und „Resumée des leçons...“ gelungen, eine anwendbare Hängebrückentheorie zu begründen und die linear elastische Verformung zur Grundlage der Berechnung der Festigkeit einfacher Baukonstruktionen zu machen. Das Paradigma des linear – elastischen Werkstoffverhaltens, durch den Einsatz von Schmiedeeisen in den Bereich realer Anwendung gerückt, führte insbesondere bei dem Entwurf von Seil-, Ketten- und Stabtragwerken zu einem ungeahnten Aufschwung von „Systemen“. In den 1850er Jahren, als schmiedeeiserne Profile den Markt zu erobern begannen, gab es einen vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung mit der Entwicklung der Fachwerktheorie durch Culmann, Schwedler, Jourawski, Whipple und anderen. In den folgenden Jahrzehnten dominierten Tragwerke, die als statisch bestimmte Systeme gerechnet werden konnten. Neue Werkstoffe, wie die mit dem Bessemer-, Martin- und Thomasverfahren hergestelltes „Flußeisen“, führten zur Veränderung und Verbilligung der Walzprofile. Stahl wurde zunehmend als Werkstoff eingesetzt. Die Graphostatik wurde zur Standardmethode der Konstruktionsberechnung. Bis zum Jahrhundertende führten die Einbeziehung von Materialforschung und Elastizitätstheorie zu den klassischen Methoden der Baustatik. Die spektakuläre Wirkungsgeschichte von Röbling führte in den U.S.A. nicht nur zur Weiterentwicklung des von diesem Land ausgegangenen Hängebrückenbaus, sondern gab auch der Drahtseilindustrie starke Impulse. Röblings Name ist in den U.S.A. mit der Entwicklung dieses Industriezweiges eng verbunden.
 
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Historische Hängebrücken - J. A. Röbling:
      von Göran Werner
20050302160952

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