| Von der Fachhochschule Potsdam wird am Freitag und Sonnabend, dem 9. und 10. Juni 2006 eine Tagung veranstaltet, die sich der Geschichte des Konstruierens widmet. Die Tagung ist dem deutsch-amerikanischen Ingenieur Johann August Röbling gewimet, dessen Geburtstag sich am 12. Juni 2006 sich zum 200. Male jährt.
Nicht allein die Person Röblings und der Hängerbückenbau sollen im Mittelpunkt stehen, sondern ebenso Themen der Konstruktionsgeschichte behandelt werden, die ganz allgemein Tragwerke, Konstruktionsweisen und Ingenieurbiographien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, als auch unser heutiges Verhältnis zum technikhistorischen Erbe betreffen.
Die Veranstaltung richtet sich gleichermaßen an den historisch interessierten Tragwerksplaner wie den Denkmalpfleger und Kunsthistoriker.
Die Konstruktionsgeschichte leistet einen Beitrag zur Geschichte der Industriegesellschaft und der technischen Wissenschaften. Eine bessere Kenntnis der wissenschaftlichen und kulturellen Grundlagen der „Moderne“ – der Zivilisation des 20. und 21. Jahrhunderts – ist einerseits eine Frage des allgemeinen Verständnisses dieses Prozesses, der sich in vielen Teilen der Welt erst jetzt mühsam durchsetzt. Zum anderen ist es für die technischen Wissenschaften von höchst aktuellem Interesse, zu wissen, wie sich das Verhältnis von Entwurf und Nachweis, Wissenschaft und Intuition historisch entwickelt hat. Der gegenwärtig ablaufende Rationalisierungsschub in Richtung eines weitgehend unanschaulichen Arbeitens mit formalisierten computergestützten Methoden verdrängt wichtige Kontrollmöglichkeiten des intuitiven Denkens. Der Verlust von baupraktischen, experimentellen und haptischen Erfahrungen verlangt, die Voraussetzungen technischer Schaffensprozesse an geeigneten Beispielen retrospektiv zu untersuchen. |